Instrumentenaufbereitung - Kontrolle des Reinigungserfolgs?

Instrumentenaufbereitung - Wie wichtig ist die Kontrolle des Reinigungserfolgs?

Nach dem Abwurf und dem Transport zur Aufbereitung ist die Reinigung Ihrer Instrumente der erste wichtige Schritt in der Aufbereitungskette. Das Ergebnis ist maßgebend für die Qualität aller nachfolgenden Prozesse. Daher müssen Sie genau überprüfen, ob Ihr Reinigungsvorgang alle Verschmutzungen und Anhaftungen am Medizinprodukt ordnungsgemäß beseitigt.

 

Die bereits im Jahr 2012 veröffentlichten KRINKO/BfArM-Empfehlungen zur Aufbereitung von Medizinprodukten schreiben eine gründliche Reinigungskontrolle im Aufbereitungsprozess vor. Die Befolgung dieser Richtlinien ist Gegenstand des Infektionsschutzgesetzes und daher werden sie bei behördlichen Kontrollen in der Arztpraxis als bindend herangezogen.

 

Damit Sie sicherstellen, dass Ihr Instrumentarium nach der Reinigung rückstandsfrei sauber ist, sollten Sie dazu zwei geeignete Kontrollmechanismen einsetzen. Gerade im Bereich der manuellen Aufbereitung haben die Überprüfungsaufgaben eine enorme Bedeutung für die Nachweisführung.

 

Die Sichtkontrolle

Prüfen Sie zunächst die Instrumentenoberflächen optisch auf Rückstände. Achten Sie dabei nicht nur auf Restverschmutzungen, sondern auch auf Kalkablagerungen, Korrosionsschäden und eventuell noch vorhandene Anhaftungen von Reinigungsmitteln. Für schwer einsehbare Bereiche wie Gelenke oder Gewinde sollten Sie eine beleuchtete Lupe für die genaue Betrachtung einsetzen. Damit dabei beide Hände frei sind, eignen sich dazu Stativ- oder Wandmodelle.

 

Der Proteintest

Dieses Testmedium zeigt Ihnen das Vorhandensein von Restproteinen in kleinster Menge an. Proteintests funktionieren alle nach dem gleichen Grundprinzip. Mit einem Wattetupfer nehmen Sie Abstriche von den Oberflächen in engen Verhältnissen, wie beispielsweise Gelenken, Spalten oder Hohlkörpern. Anschließend tauchen Sie den Tupfer in eine Indikatorlösung. Je nach Vorgabe des Herstellers zeigt Ihnen ein Farbumschlag der Lösung an, ob noch Restproteine vorhanden sind oder nicht.

 

Im Gegensatz zur Sichtkontrolle, die bei jeder Reinigungsüberprüfung notwendig ist, wird der Proteintest in individuell definierten Intervallen durchgeführt, deren Abstand sich nach der Häufigkeit von Eingriffen und der Anzahl der Aufbereitungschargen bemisst. Dokumentieren Sie die Ergebnisse Ihrer Reinigungskontrolle in einem Protokoll. Damit tragen Sie zu einer lückenlosen Beweiskette für das Gesamtresultat Ihres Aufbereitungsprozesses bei.